Und wie so oft zeigte dieser Spieltag: Gossau kann dominant auftreten – aber auch unnötig stolpern. Ein Sonntag mit Licht und Schatten, oder wie man in der Kabine sagt: «eigentlich gut, aber halt eben nicht gut genug».
Souveräner Auftakt gegen Emotion Hinwil
Im ersten Spiel liess Gossau keine Zweifel aufkommen. Der 12:4-Sieg gegen Emotion Hinwil war verdient, kontrolliert und phasenweise sogar richtig schön anzuschauen. Trotz krankheitsbedingter Ausfälle und angeschlagener Spieler trat das Team geschlossen auf, spielte konzentriert und nutzte seine Chancen konsequent.
Überragender Mann auf dem Feld war Routinier Andreas Wyler, der mit einem souverän verwandelten Penalty und insgesamt vier Treffern eindrücklich zeigte, dass Erfahrung im Kleinfeldunihockey immer noch Gold wert ist. Aber auch der Rest des Teams zog mit, verteidigte solidarisch und liess den Ball laufen – so, wie man es von einem Spitzenteam erwartet. Kurz gesagt: Pflicht erfüllt, Selbstvertrauen getankt, alles im grünen Bereich.
Ernüchterung gegen Davos
Das zweite Spiel gegen Davos war dann leider ein klassischer Fall von «selber schuld». Zur Pause führte Gossau verdient mit 2:1, hatte das Spiel im Griff und eigentlich keinen Grund, nervös zu werden.
Doch Unihockey wäre nicht Unihockey, wenn nicht plötzlich alles kippen könnte. Der unglückliche verletzungsbedingte Ausfall von Aaron Abbühl tat weh – sportlich wie emotional. Dennoch: Das darf und soll keine Ausrede sein. In der zweiten Halbzeit kam Gossau schlicht nicht mehr auf Touren. Zu wenig Bewegung, zu wenig Druck, zu viele einfache Fehler. Hinzu kam ein Davoser Torhüter im absoluten Rauschzustand, der gefühlt alles hielt, was irgendwie Richtung Tor kam. Als Gossau beim Stand von 2:5 alles auf eine Karte setzte und den Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzte, kam nochmals Hoffnung auf. Der Rückstand wurde auf 5:6 verkürzt, Spannung war da – doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. Am Ende stand eine 5:7-Niederlage, die sich schlicht unnötig anfühlte.
Tabellenlage & Ausblick
Aktuell steht Gossau auf Platz 2 – ein Rang, der in dieser engen und ausgeglichenen Gruppe alles andere als sicher ist. Jeder Punkt zählt, jeder kleine Durchhänger kann teuer werden.
Die nächsten Spiele finden am 8. Februar in Davos statt, dann geht es gegen Regensdorf und Niederwil. Vier Punkte sind Pflicht, wenn man die Playoff-Qualifikation nicht unnötig spannend machen will.
Die gute Nachricht: Zum ersten Mal in dieser Saison wird Gossau in Vollbesetzung antreten können. Keine Ausreden mehr, kein Wenn und Aber – dafür mit breiter Brust und hoffentlich der nötigen Konstanz über 40 Minuten.
Wir sind gespannt. Und wie man in Gossau weiss: Talent gewinnt Spiele – aber nur Arbeit gewinnt Punkte.
21. Wyler (Hürlimann) 3:6, 22. d'Hooghe (A. Abbühl) 3:7, 24. Walther (Wyler) 3:8, 27. A. Abbühl (Gal) 3:9, 30. Hinwil 4:9, 32. Hürlimann (Walther) 4:10, 36. J. Abbühl (d'Hooghe) 4:11 (PP), 37. Walter (Schmid) 4:12.
21. Davos 2:2, 28. Davos 3:2, 29. Davos 4:2, 31. Davos 5:2, 34. Wyler (d'Hooghe) 5:3 (PP), 39. Davos 6:3, 39. Wyler (J. Abbühl) 6:4 (4:3) 40. Wyler (J. Abbühl) 6:5 (4:3), 40. Davos 7:5.