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Gossau mit spätem Erwachen zum 7:6-Sieg nach Verlängerung

Playoff
Grosser Jubel unmittelbar nach dem Golden Goal von Nicky Walther

Am Samstag, 14. März, setzten sich die Gossauer zuhause in der AL Arena mit 7:6 nach Verlängerung durch. Das klingt auf dem Papier nach einem gelungenen Auftakt – war in der Realität aber vor allem eines: ein Abend, an dem man sich das Leben erst maximal schwer machte, bevor man doch noch als Sieger vom Feld ging. 

Dabei galt Gossau vor der Partie klar als Favorit. Dieser Rolle wurde man zu Beginn allerdings überhaupt nicht gerecht. Lengnau erwischte die Gäste eiskalt und überrumpelte die Hausherren nach allen Regeln der Kunst. Bereits nach 15 Minuten lag Gossau mit 0:5 im Hintertreffen, nach dem ersten Drittel stand es 1:5. 

Ein Fehlstart ist das eine – ein derartiger Tiefschlaf in einem Playoffspiel aber etwas, das man sich eigentlich nicht leisten darf. Auch im zweiten Drittel tat sich Gossau lange schwer. Die Zeit lief, Lengnau verteidigte geschickt, und bei den Einheimischen wollte wenig gelingen. Erst in der 38. Minute keimte neue Hoffnung auf, als Gossau in Überzahl zum 2:5 verkürzen konnte. Was dann folgte, brachte plötzlich wieder Leben in die AL Arena: Innert gerade einmal fünf Sekunden schloss Gossau auf 4:5 auf. 

Aus einer beinahe hoffnungslosen Lage war mit einem Schlag wieder ein echtes Playoffspiel geworden. Im Schlussdrittel traten die Gossauer dann endlich so auf, wie man es von einem Titelkandidaten erwarten darf. Das Team war präsenter, druckvoller und defensiv stabiler. Der verdiente Ausgleich fiel, und wenig später brachte Jason Abbühl Gossau mit einem verwandelten Penalty erstmals in Führung. Das Spiel schien gekehrt, die Halle war da – doch Lengnau zeigte Moral und rettete sich mit einem sehenswerten Weitschuss zum 6:6 in die Verlängerung. Dort war es zunächst Torhüter Diener, der Gossau mit einer starken Parade im Spiel hielt. Wenig später folgte dann der Moment, auf den alle in der AL Arena gehofft hatten: Nicholas Walther traf zum Game Winning Goal und erlöste Team, Staff und Publikum. Aus einem Abend, der lange nach einer bitteren Playoff-Pleite ausgesehen hatte, wurde doch noch ein 7:6-Sieg nach Verlängerung. 

Der Auftakt in die Serie ist damit gelungen – zufrieden kann Gossau mit der Leistung aber nur bedingt sein. Moral, Comeback-Qualitäten und Effizienz in den entscheidenden Momenten stimmten. Gleichzeitig dürfte allen klar sein, dass man sich einen solchen Start in den nächsten Spielen kaum nochmals erlauben kann. Playoffs sind bekanntlich kein Wunschkonzert, und Lengnau hat eindrücklich gezeigt, dass es jeden Fehler bestraft. 

Am nächsten Samstag geht die Serie auswärts weiter. Mit einem Sieg könnte sich Gossau bereits die Halbfinalqualifikation sichern. Die Ausgangslage stimmt also. Nun gilt es einfach, diesmal etwas früher mit Unihockeyspielen zu beginnen.

Gossau im Angriff
It's Playoff Time!
Video-Datei
Matchtelegramm
UHCevi Gossau - White Horse Lengnau 7:6 n.V. (1:5, 3:0, 2:1, 1:0)
AL arena, Gossau ZH. - 0 Zuschauer. - SR Laurent Killias.
Tore: 10. Lengnau 0:1, 10. Lengnau 0:2, 14. Lengnau 0:3, 14. Lengnau 0:4, 18. Lengnau 0:5, 18. J. Abbühl (d'Hooghe) 1:5;
40. Wyler (J. Abbühl) 2:5 (PP), 40. Schmid 3:5, 40. Ehrensperger (J. Abbühl) 4:5;
44. J. Abbühl (Schmid) 5:5 (4:3), 45. J. Abbühl 6:5 (Penalty), 50. Lengnau 6:6;
63. Walther (Hürlimann) 7:6.
Strafen: UHCevi Gossau 3-mal 2 Minuten (Gut, Hürlimann, J. Abbühl), Lengnau 1-mal 2 Minuten.
UHCevi Gossau: Diener; d'Hooghe, Schmid, J. Abbühl; Hürlimann, Walther, Ursprung; Gut, Herrmann, Ehrensperger; Wyler, Gal.
Bemerkungen: UHCevi Gossau ohne A. Abbühl sowie Wälchli und Huber ohne Einsatz. 5. Walther verschiesst Penalty.