Für den UHCevi Gossau ging es um nichts weniger als den zweiten Tabellenplatz – und damit um das Heimrecht im Playoff-Viertelfinal. Und natürlich wartete mit Blau-Gelb Cazis ausgerechnet der Erzrivale im entscheidenden Spiel. Also genau die Art Drama, die der Sport so gerne schreibt.
Pflichtaufgabe gegen Bürglen souverän gelöst
Gegen die abstiegsgefährdeten Bürgler erledigten die Gossauer ihre Hausaufgaben zunächst ohne grosse Diskussionen. Der Klassenunterschied war schlicht zu deutlich. Mit einem klaren 16:5 wurde das Spiel früh entschieden, Tempo und Spielfreude stimmten – ein solider Auftritt, ohne dass man sich völlig verausgaben musste. Da jedoch auch Cazis sein erstes Spiel gegen Hinwil gewann, war sofort klar: Das letzte Spiel des Tages würde über Platz 2 entscheiden. Ein Punkt hätte den Gossauern bereits gereicht.
Nervöser Start im Entscheidungsspiel
Das Duell gegen Cazis begann entsprechend vorsichtig. Beide Teams spielten kontrolliert, kaum jemand wollte den ersten Fehler machen. Man spürte die Bedeutung der Partie in jeder Aktion. Dann kam die Szene, die das Spiel auf den Kopf stellte. In der 15. Minute zog ein Cazner alleine Richtung Tor, doch Captain Yves d'Hooghe konnte den Ball noch entscheidend ablenken – leider unglücklich ins eigene Tor. Ein bitterer Moment, der das Spiel plötzlich öffnete. Cazis nutzte den Schwung gnadenlos und erhöhte bis zur Pause auf 3:0. Ein harter Zwischenstand, denn die Partie war eigentlich ausgeglichen.
Nach der Pause stellten die Gossauer auf zwei Linien um, wollten mehr Druck erzeugen. Doch zunächst folgte der nächste Rückschlag: 0:5 nach 23 Minuten. Viele Teams wären an diesem Punkt zerbrochen. Nicht aber dieses Gossauer Team. Eine Strafe gegen Cazis brachte die Wende. Endlich fiel das erste Tor – und plötzlich lief der Motor. Nicolas Walther traf mit einem herrlichen Schuss ins obere Eck. Kurz darauf leistete sich Livio Conrad eine unnötige Strafe – und Gossau nutzte auch dieses Powerplay durch Jason Abbühl. Wieder war es Walther, der das nächste Tor nachlegte. Plötzlich war Cazis nervös. Die Halle lebte. Dann kam der vielleicht schönste Spielzug des Tages. d’Hooghe spielte einen perfekten Querpass über das ganze Feld, der den schnellen Schmid lancierte. Dieser blieb eiskalt und traf zum 5:5-Ausgleich. Die Partie war komplett gedreht. Der Gossauer Expresszug rollte. Weitere Treffer brachten Gossau sogar mit 7:5 in Führung. Cazis riskierte alles und nahm den Torhüter vom Feld. Die Strategie funktionierte tatsächlich noch einmal – zwei Treffer brachten 5 Minuten vor Schluss das 7:7.
Die Spannung in der Halle war greifbar. Doch dann zeigte sich die Klasse des Teams. Topskorer Jason Abbühl traf ins leere Tor via Pfosten, aber drin. Ein Tor, das wahrscheinlich noch lange Gesprächstoff geben wird. Kurz darauf machte Schmid mit dem 9:7 endgültig alles klar. Der Lohn: Heimrecht im Playoff
Nach diesem spektakulären Comeback verteidigt der UHCevi Gossau tatsächlich den zweiten Tabellenplatz und sichert sich das Heimrecht im Viertelfinal.
Und dort wartet bereits der nächste Gegner:
White Horse Lengnau
📍 AL arena, Gossau
📅 Samstag, 14. März
🕕 18:00 Uhr
Die Ausgangslage ist klar:
Das Team hat Qualität, Moral – und jetzt auch noch den Heimvorteil. Oder anders gesagt: Wenn die Gossauer wieder so einen Expresszug starten, wird es für jeden Gegner sehr schwierig, diesen zu stoppen.
Die Mannschaft freut sich auf viele Zuschauer und Fans in der AL Arena.
Nachtrag:
Das war mit grosser Wahrscheinlichkeit das letzte Spiel gegen Blau-Gelb Cazis. Mit dem 9:7 Sieg im letzten Spiel haben die Gossauer die Allzeit-Bilanz gegen die Bündner ins Positive drehen können:
21. Schmid (Ehrensperger) 10:2, 25. Walther 11:2, 28. Walther 12:2, 32. Bürglen 12:3 (4:3), 34. Herrmann 13:3 (EN), 36. J. Abbühl (d'Hooghe) 14:3 (4:3), 38. Schmid (J. Abbühl) 15:3 (BP, ohne Torhüter), 38. Bürglen 15:4 (PP, EN), 40. Bürglen 15:5 (EN, 4:4), 40. J. Abbühl (Walther) 16:5 (EN).
21. Cazis 0:4, 23. Cazis 0:5, 24. d'Hooghe (Wyler) 1:5 (PP), 27. Walther (J. Abbühl) 2:5 (4:3), 30. J. Abbühl (d'Hooghe) 3:5 (PP), 32. Walther (Ehrensperger) 4:5, 34. Schmid (d'Hooghe) 5:5, 35. Schmid (J. Abbühl) 6:5, 35. Walther 7:5 (EN), 37. Cazis 7:6 (4:3), 38. Cazis 7:7 (4:3), 39. J. Abbühl 8:7 (EN), 39. Schmid (J. Abbühl) 9:7 (EN).