Zum Auftakt wartete auf den UHCevi Gossau allerdings gleich ein echter Gradmesser. Mit Mörschwil traf man auf jenes Team, das in der vergangenen Qualifikation sämtliche Spiele gewinnen konnte, ehe im Playoff-Halbfinal gegen Oekingen überraschend Endstation war. Gleichzeitig hatten die Gossauer mit Mörschwil noch eine Rechnung offen: Beide Direktduelle der vergangenen Saison gingen verloren.
Beide Mannschaften mussten zum Saisonstart auf einige Spieler verzichten. Davon war zu Beginn allerdings wenig zu spüren. Gossau übernahm früh das Spieldiktat und war das aktivere Team. Die Tore schoss zunächst aber der Gegner. Mörschwil zeigte sich effizient und ging mit 2:0 in Führung. Die Gossauer liessen sich davon nicht aus der Ruhe bringen, erhöhten den Druck und fanden immer besser ins Spiel. Bis zur Pause entwickelte sich eine ausgeglichene und intensive Partie, beim Stand von 3:3 wurden die Seiten gewechselt.
Drei Tore Vorsprung reichen nicht. Nach der Pause schien Gossau die Partie endgültig an sich zu reissen. Innerhalb weniger Minuten zogen die Titelverteidiger auf 6:3 davon. Doch wer Mörschwil kennt, weiss: Dieses Team gibt sich nicht so schnell geschlagen. Der Gegner kämpfte sich zurück und verkürzte auf 5:6. Gossau konnte nochmals reagieren und lag kurz vor Schluss mit 8:6 vorne. Eigentlich eine komfortable Ausgangslage, eigentlich.
Mörschwil ersetzte den Torhüter durch einen vierten Feldspieler und setzte alles auf eine Karte. Die Gossauer schafften es in dieser Phase nicht, den Vorsprung clever genug über die Zeit zu bringen. Mörschwil nutzte die Überzahl konsequent und erzielte tatsächlich noch den Ausgleich zum 8:8.
Ärgerlich aus Gossauer Sicht, denn einen Zwei-Tore-Vorsprung kurz vor Schluss sollte man nach Hause bringen. Gleichzeitig wäre es falsch, nach dem ersten Saisonspiel bereits den Mahnfinger bis unters Hallendach zu strecken. Mörschwil zeigte einmal mehr seine Qualitäten, und über die gesamten 40 Minuten betrachtet ging das Unentschieden durchaus in Ordnung. Die neue Saison ist damit definitiv lanciert.
Derby? Eine klare Angelegenheit
Im zweiten Spiel des Tages wartete das Derby gegen Hinwil. Beim Gegner hat sich über den Sommer einiges verändert. Nach mehreren Abgängen musste sich Hinwil neu aufstellen. Zwei bekannte Gesichter standen inzwischen sogar auf der anderen Seite: Simon Kern läuft seit dieser Saison für Gossau auf, ebenso Torhüter David Holenstein, der früher das Hinwiler Tor hütete.
Gossau übernahm von Beginn weg das Zepter. Hinwil versuchte zwar, das Tempo mitzugehen, doch schon bald zeigte sich, dass der Schweizermeister an diesem Tag eine Nummer zu gross sein würde.
Und ausgerechnet Simon Kern eröffnete gegen seinen ehemaligen Verein das Skore für die Gossauer. Danach ging es schnell. Sehr schnell. Gossau spielte sich in einen regelrechten Torrausch und erhöhte bis kurz vor der Pause auf 6:0. Erst unmittelbar vor der Sirene gelang Raphael Schmid der erste Treffer für Hinwil.
Wer nun auf eine Reaktion der Hinwiler nach der Pause gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die Gossauer machten genau dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Es wurde aus praktisch allen Positionen geschossen und vor allem getroffen.
Die Effizienz war beeindruckend. Am Ende durfte sich sogar jeder Gossauer Feldspieler mindestens einmal als Torschütze feiern lassen. Das Schlussresultat von 18:3 liess entsprechend wenig Raum für Interpretationen.
Geglückter Auftakt mit einem kleinen Schönheitsfehler.
Drei Punkte aus den ersten beiden Spielen, 26 erzielte Tore und bereits jede Menge Spektakel: Der Saisonauftakt des UHCevi Gossau darf als geglückt bezeichnet werden. Das 8:8 gegen Mörschwil zeigte allerdings auch, woran noch gearbeitet werden muss. Wer kurz vor Schluss mit zwei Toren führt, sollte einen solchen Vorsprung mit der vorhandenen Erfahrung eigentlich über die Zeit bringen. Gegen Hinwil folgte dafür die passende Reaktion dominant, torhungrig und konsequent.
Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt ohnehin nicht.
Bereits am kommenden Wochenende geht es im Cup weiter. Mit dem UHC Mümliswil wartet die nächste Hürde auf die Gossauer und bekanntlich ist der Cup jener Wettbewerb, in dem man in Gossau schon länger wieder einmal etwas Silberware gebrauchen könnte. Zwei Wochen später folgt die zweite Meisterschaftsrunde mit den Partien gegen den UHC Elgg und den UHC Bürglen. Die Mission Titelverteidigung hat begonnen. Noch nicht perfekt, aber mit reichlich Toren und langweilig dürfte es mit dieser Mannschaft sowieso kaum werden.
Abwesend: Reto Ehrensperger, Nicholas Walther, Lois Ursprung, Patrick Gal (alle in den Ferien) Raphael Nacht, Aaron Huber (Einsatz mit 2. Mannschaft) Yves d’Hooghe (verletzt)
22. Hürlimann 3:4 (EN), 25. Gut 3:5, 27. Hürlimann (A. Abbühl) 3:6, 27. Mörschwil 4:6, 32. Mörschwil 5:6, 32. J. Abbühl (Gut) 5:7, 36. Mörschwil 6:7 (P), 57. A. Abbühl 6:8 (EN), 59. Mörschwil 7:8 (4:3), 60. Mörschwil 8:8 (4:3).
22. Herrmann (Gut) 1:8, 23. A. Abbühl (J. Abbühl) 1:9, 26. J. Abbühl (A. Abbühl) 1:10, 28. A. Abbühl (Walter) 1:11 (PP), 30. Hinwil 2:11, 32. Schmid 2:12 (P), 33. Schmid (Hürlimann) 2:13, 34. Hinwil 3:13, 35. Kern (Hürlimann) 3:14, 37. J. Abbühl 3:15, 37. Schmid (Kern) 3:16, 38. Hürlimann (Kern) 3:17 40. A. Abbühl (J. Abbühl) 3:18.