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Herren I: Nach unglücklicher Niederlage in Rücklage PDF Drucken
Geschrieben von Matthias Keller   
07.04.2012
0:5 lag der Titelverteidiger kurz vor Ende des zweiten Drittels im Rückstand als er eine beeindruckende Aufholjagd startete und bis eine Minute vor Ende 6:5 in Führung lag. 55 Sekunden vor Schluss musste man den Ausgleich hinnehmen und Valentin Müller markierte - wie vor zwei Jahren - das Golden Goal zum 6:7 für White Horse Lengnau.


UHCevi Gossau - SVL W.H. Lengnau 6:7 n.V. (0:0,1:5,5:1,0:1)
Buchholz Uster, 200 Zuschauer, SR Schoch

Tore: 24. Felder (Heule) 0:1, 28. V. Müller 0:2, 29. Baumann 0:3, 33. Felder 0:4, 38. Felder 0:5, 40. L. Widmer (Bücheler) 1:5;
43. Bücheler (Keller) 2:5, 43. B. Widmer (Leimbacher) 3:5, 45. Vollenweider (Keller) 4:5, 48. Keller (Bücheler) 5:5, 52. B. Widmer (Luchsinger) 6:5, 60. (59:05) Felder (Suter) 6:6.
63. V. Müller 6:7.

Strafen: keine Strafen gegen UHCevi Gossau. keine Strafen gegen White Horse Lengnau.

Gossau: Bieri, Diener; Bücheler, L. Widmer, Keller; Luchsinger, Leimbacher, B. Widmer; Künzler, Vollenweider, Baumgartner; Walther.

Lengnau: Schmidhalter; Burger, Felder, Zink, Heule, Müller, Meier, Suter, Spaltenstein, Baumann, Burger.

Bemerkungen: Gossau ohne d'Hooghe (Ausland). Stefan Neuhaus (Blau-Gelb Cazis) übernimmt die Bestplayer-Ehrung. Bestplayer Gossau: Keller, Bestplayer Lengnau: Felder

Was war das für ein verrücktes Spiel! Da bringt der Titelverteidiger beinahe zwei Drittel kein einziges Tor zustande und liegt 0:5 zurück und scheint bereit am Boden zerstört. Nur zwölf Minuten später liegt der Schweizermeister mit 6:5 in Führung und verteidigt diese bis 55 Sekunden vor Schluss, bevor sich das Blatt erneut wendete.

Aber alles schön der Reihe nach! Seit zehn Jahren kennt man in der Kleinfeldszene nur zwei Mannschaften, die den höchsten Thron besteigen durften. Je fünfmal hiess der Schweizermeister Berner Hurricanes oder UHCevi Gossau. Immer wieder versuchten andere Teams an den beiden Kleinfeld-Monumenten zu rütteln, Erfolg hatten sie aber nie. Der SVL White Horse Lengnau gehört aber zu denjenigen Mannschaften, die am heftigsten rüttelten und bereits vor zwei Jahren eine Partie in der Playoff-Final-Serie gegen den UHCevi Gossau für sich entscheiden konnten. Zudem hatten die Aargauer im Halbfinale den Leader der Westgruppe relativ locker und klar bezwungen. Der Titelverteidiger andrerseits hatte in den Halbfinals das Berner Kleinfeld-Monument ausgeschaltet und kam voller Selbstvertrauen zum ersten Playoff-Final-Spiel.

Block 1
Der erste Block im Angriff (Foto: Hans Widmer)

Defense First, anders können die ersten zwanzig Minuten nicht beschrieben werden. Keines der Teams wollte den ersten Fehler machen und riskierte dementsprechend auch wenig. Kam dann doch ein Abschluss, war bei Schmidhalter im Lengnauer Tor, oder Bieri im Gossauer Kasten Endstation. Die Aargauer  hatten in den ersten 20 Minuten zwar mehr Ballbesitz, doch der Titelverteidiger die besseren Chancen. Die Zürcher Oberländer liessen  jedoch genau diejenige Effizienz vermissen, welche noch gegen die Berner Hurricanes zu ihren Stärken zählte. Zu wenig konsequent und überzeugt wurde abgeschlossen. So endete das erste Drittel 0:0.

Luhsinger
Martin Luchsinger löst den nächsten Angriff aus (Foto:Hans Widmer)

Der Start zum zweiten Drittel verlief ähnlich wie das erste Drittel, bis dann den Gossauern der erste Fehler in der Defensive unterlief und Lengnau das 1:0 markieren konnte. Das Heimteam blieb im Abschluss weiterhin ungefährlich und in der Defensive stand man nicht mehr so konsquent. Dieses Nachlassen wurde von den Surbtalern gnadenlos augenutzt und bis eine Minute vor Ende des Drittels stand es 0:5 aus Sicht der Gossauer. «0:5, das war’s. Heute geht gar nichts», so oder ähnlich dachten die Anhänger der Zürcher Oberländer und ob sich zu diesem Zeitpunkt die Entäuschtesten bereits auf den Heimweg begaben, ist nicht bekannt.  Mit einem letzten Aufbäumen gelang Linus Widmer kurz vor der Pause das zwar glückliche aber doch so wichtige erste Tor für seine Farben. Aber das 1:5 zur Drittelspause sah nur unwesentlich weniger brutal aus, als das 0:5. Dass es aber ein unheimlich wichtiges Tor gewesen sein sollte, war dem Zuschauer zu diese Zeitpunkt kaum bewusst.

Nicky
Nicky Walther im Zweikampf mit Lengnaus Meier, aufmerksam beobachtet von Basil Widmer. (Foto Hans Widmer)

Was nun aber im letzten Drittel abging, war nun unbeschreiblich. Gossau musste im letzten Drittel eine starke Reaktion zeigen, um dieses Spiel doch noch erfolgreich zu gestalten. Der Schweizermeister erwachte und mit ihm auch die Fans.  An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschön, ihr wart Klasse! Gossau lief viel, gab den Ball nicht mehr her und vor dem Tor war man plötzlich äusserst effizient:  41. Minute Bücheler 2:5, 43. Minute B.Widmer 3:5, 43. Minute Vollenweider 4:5 und kurze Zeit später markierte Keller das 5:5. Der Schüleraufsatzschreiber aus dem Westen hätte wohl vier Schüsse für fünf Tore gezählt… Die Zürcher Oberländer powerten weiter und Basil Widmer traf in der 50.Minute backhand zum viel umjubelten Führungstreffer. Zum ersten Mal in diesem Spiel lagen die Einheimischen vorne. Das berühmt berüchtigte Momentum schien auf Seiten der Gossauer zu kippen. In der Folge aber verpassten es diese, ein weiteres Tor zu erzielen. Zwei Minuten vor Schluss ersetzte Lengnau den Torhüter durch einen vierten Feldspieler. Die Gossauer Defensive stand gut und kam sogar noch zu einer Grosschance, doch der Ball landete auf dem Netz statt im Netz. Lengnau spielte weiter zu viert und 55 Sekunden vor Schluss konnten sie durch einen Knaller zum 6:6 ausgleichen.

Maetze
Matthias Keller bleibt Sieger im Zweikampf mit Valentin Müller. (Foto Hans Widmer)

Wie vor zwei Jahren im zweiten Playoff-Finalspiel stand es auch heute untentschieden und die Verlängerung musste die Entscheidung bringen. Die weissen Pferde gewannen das so wichtige erste Bully und blieben danach zwei Minuten im Ballbesitz. Die meiste Zeit davon hinter ihrem eigenen Tor, ehe sie nach 2 Minuten, den entscheidenden Pass spielten. Valentin Müller nahm den Ball kurvte ums Goal und traf Backhand zum 6:7 Endstand. Gossau wurde damit um den Lohn der fantastischen Aufholgjagd gebracht.

In der Serie steht es nun 0:1 für Lengnau und wieder war es Valentin Müller, der das Golden Goal markierte. Offenbar war nach den überzeugenden Siegen gegen die Berner Hurricanes die Luft etwas draussen, und das «Nachladen» gestaltete sich schwieriger als gedacht. Jetzt braucht Gossau am nächsten Wochenende zwei Siege um den Titel zu holen. Gossau ist fest entschlossen,  wieder eine solche Spannung aufzubauen wie im ersten Halbfinal gegen der Berner Hurricanes oder wie im letzten Drittel mit dem Messer am Hals gegen Lengnau.

Die Gossauer freuen sich auf das alles entscheidende nächste Wochenende und hoffen auf zahlreiche Unterstützung der Fans.


Letzte Aktualisierung ( 12.04.2012 )
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